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27. April 2008 - 17:06 Uhr
Konzert: Auf der Suche nach der Klarheit
von Ute Büchter-Römer
Der armenische Pianist Stephan Simonian spielt bei Kawai in Fichtenhain. Ihm liegt die Schnelligkeit der Tonfolgen.
 
 

Krefeld. Wie ein kleines Lehrstück in Klanggeschichte des Klaviers mutet das Programm des armenischen Pianisten Stepan Simonian im Kawai-Konzert in Fichtenhain an. Johann Sebastian Bachs „Französische Suite G-Dur“ eröffnet das Konzert, sehr sensibel musiziert Simonian die Allemande des Beginns, ausgesprochen schnell folgt die Courante, beide Interpretationen dieser Teile der Suite lassen aufhorchen. Es folgt die Sarabande, hier werden die langsamen Motive noch mehr gedehnt, die Spannung zerfällt und muss dann durch die dynamische Differenzierung der folgenden Suitensätze aufgefangen werden.

Mehr die Schnelligkeit der Tonfolgen im Auge als deren Verknüpfung

Die klassische Sonate ist mit W.A. Mozarts „Sonate F-Dur“ KV 533 vertreten, eine Sonate, die – gegen die Gepflogenheit – nur aus drei Sätzen besteht. In einer durchaus sensiblen Anschlagstechnik musiziert der 27-Jährige Simonian den ersten Satz der Sonate, sucht die einfache Klarheit, die eben deswegen so viel subtiles Einfühlungsvermögen verlangt, auch hier gelingt die Spannung des Andante weniger, auch die filigrane Musik des Rondo bringt keinen einheitlichen Klangeindruck. Simonian scheint mehr die Schnelligkeit der Tonfolgen im Auge zu behalten, als ihre sensible Verknüpfung.

Die fast schon symbolhaften Charakterstücke der „Kinderszenen op. 15“ von Robert Schumann führen in die Welt der Romantik. Hier gelingen Simonian einige einfühlsame Darstellungen jener Miniaturen romantischen Empfindens. Insgesamt lässt er die Stücke ganz unmittelbar aufeinander folgen, unprätentiös auch die „Träumerei“, bei der zum Träumen wenig Zeit bleibt, kraftvoll und schnell beim „Rasche Mann“ und dem „Fürchtemachen“, der „Dichter“ könnte im letzten Stück der „Kinderszenen“ durchaus ein wenig intensiver und wichtiger „sprechen“.

Nach der Pause führen die Stücke aus dem 19. Jahrhundert hinaus in das 20. Jahrhundert. Mit „Sarcasmen op. 17“ von Sergei Prokofiev lässt der Pianist sein kraftvolles Spiel gleich im ersten Stück „Tempestoso“ hören. Der „Sturm“ auf den Tasten wird ausgekostet, Schnelligkeit der Tonfolgen und die massiven Akkordfolgen bieten dem Pianisten Gelegenheit, seine Virtuosität hören zu lassen.

Die schillernden Klangfacetten dieser „Sarcasmen“ sind hörenswert. Es folgt zuletzt die „Sonate Nr. 2 b-moll, op. 36 von Sergei Rachmaninov. Als Zugabe ein virtuoses Lautgeklingel und ein hastiger „Tanz der Küken in den Eierschalen“ aus den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgski.

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