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LokalesKrefeldKultur
19. April 2009 - 18:15 Uhr
Workshop: Gospel heißt Singen mit dem ganzen Körper
von Jennifer Fortmann
Die Living Voices wollen junge Leute für ihre Musik begeistern – Mission geglückt.
 
 

Krefeld. Aus einfachen Liedern eine Botschaft formen – das ist Gospel: Was man singt, ist hier zweitrangig, es geht vor allem darum, wie man singt. Einige lesen die Texte ab, andere schließen die Augen, wieder andere tanzen.

Das lernten die Teilnehmer des Gospelworkshops für Zwölf- bis 23-Jährige am Samstag im Gemeindezentrum St. Elisabeth – und zwar binnen eines Tages. Die 110 Sänger probten fünf Lieder, die sie auf einem Abschlusskonzert am Abend präsentierten.

„Ich kriege immer Gänsehaut, wenn alle anfangen zu singen.“

Nicole (17), Teilnehmerin

Mitgerissen vom gemeinsamen Erlebnis fangen selbst die unsichersten Jugendlichen an zu klatschen und laut mitzusingen. „Wir singen Black Gospel“, erklärt Angelika Rehaag, die Kursleiterin.

„Bei dieser Form wird viel gerufen, man meint wirklich, was man singt.“ Rehaag ist auch Leiterin des Gospelchors „Living Voices“, der den Kurs organisiert hat.

Im Übungssaal gibt es zwei große Gruppen: Den Alt und den Sopran, die Bass-Tenöre sind dagegen spärlich gesät. „Wir haben leider kaum Männer hier, deshalb haben wir den Tenor mit ein paar Mitgliedern von Living Voices aufgestockt“, erklärt Manuela Frangen, Mitglied des Chors.

Ergänzend zu den gemeinsamen Proben findet auch ein Soloworkshop statt. Nur neun Jugendliche nehmen daran teil. Die Lehrerin ist selbst erst 23 Jahre alt und erklärt den Teilnehmern, worauf es beim Solo wirklich ankommt.

„Ihr müsst deutlich artikulieren, damit eure Lippenbewegungen auch in den hinteren Reihen zu sehen ist“, sagt Natalia Antczak. Auf den Stand, die Mimik, die Gestik und natürlich die Töne müssen die Solisten achten.

Einige haben in dem Bereich bereits Erfahrung gesammelt. „Ich war schon in einem Chor und in einer Band. Hier gefällt mir vor allem, dass wir die ganzen Techniken lernen können“, sagt die 14-Jährige Frederike.

Nach den Solostunden singen die Teilnehmer wieder im Chor mit, wo es auch Sänger ganz ohne Erfahrung gibt. „Jeder kann hier mitmachen, aber der Workshop lebt von der Mischung. Die Erfahrenen können den anderen etwas beibringen“, sagt Manuela Frangen.

Die Lieder werden alle auf Englisch gesungen, Angelika Rehaag singt vor, korrigiert und dirigiert, bis die Texte sitzen. Erst dann wird aus einem einfachen Kirchenlied ein Black Gospel.

Zur Mehrstimmigkeit und immer lauter werdenden Stimmen, kommt zu guter Letzt das Klatschen und Tanzen. „Ich singe gerne, aber in einer Gruppe ist es einfach noch viel schöner“, sagt die 15-Jährige Hanna. „Gospel ist einfach mal etwas ganz anderes als die modernen Sachen.“

Einige Teilnehmer sind schon am Freitag angereist und haben bei Mitgliedern von „Living Voices“ übernachtet. „Der Glaube und das Gemeinschaftsgefühl stehen absolut im Vordergrund“, sagt die 17-jährige Nicole. „Ich kriege immer Gänsehaut, wenn alle anfangen zu singen.“

Stilecht findet das Abschlusskonzert in der Pfarrkirche St. Elisabeth statt. Dort treten auch „Living Voices“ und die dreiköpfige Band von Natalia Antczak auf. „Mit dem Workshop wollen wir den Gospel wieder an die jungen Leute heranführen“, sagt Angelika Rehaag.

Das scheint gut zu funktionieren, denn die Jugendlichen sind begeistert, wie zum Beispiel Stephanie: „Es macht mich einfach froh, Gospel zu singen.“

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